Brot in Russland

Wer bereits in Russland war, hat sicher bemerkt, dass dort viel dunkles Brot gegessen wird. Eine Spezialität ist das sehr dunkle und würzige Borodinski-Brot. Da es etwas Besonderes ist, wollte ich euch das gern vorstellen. So entstand mit dem Blog „cocotte.de“ die Idee für ein gemeinsames Projekt. Wir trafen uns im Mai diesen Jahres zum gemeinsamen Backen, dabei versprach ich etwas über die Geschichte des Brots in Russland zu schreiben. Cocotte.de war schneller als ich und veröffentlichte den Beitrag bereits im Juni.

Geschichte des Brotes in Russland

Brot nahm in der Geschichte der Menschheit einen besonderen Platz ein. Bei den slawischen Stämmen gab es die Sitte, dass wenn man das Brot miteinander gebrochen hatte, Freunde fürs Leben war. Brot galt als Bindeglied zwischen den Völkern und auch heute noch wird als Willkommensgruß in Russland Brot und Salz gereicht.

Die Herstellung des Brotes war im alten Russland eine sehr ehrenwerte Angelegenheit. Die Brotherstellung galt als schwierig, deshalb wurde bereits im 16. Jahrhundert im „Domostroi“, einem russischen Gesetzeskodex, die Herstellung des Brotes beschrieben.

Der „Domostroi“ zählt auf, was die Meister über die Brotherstellung wissen sollten: „Wie man das Mehl sieben muss, wie hoch die Ausbeute ist, wie man den Teig säuern und kneten, wie man die Teigstücke rollen und backen und wieviel Mehl man für die Herstellung der benötigten Brotmenge nehmen muss.“ Quelle: Хлеб в нашем доме, 1982

In einem „Zarenerlass von 1626“ wurden die Preise für 56 Brotsorten festgelegt. Spezielle Polizisten kontrollierten die Einhaltung des Erlasses. Wenn das Brot nicht dem festgelegten Gewicht oder Preis entsprach, dann mussten die Schuldigen eine Geldstrafe zahlen, die sich bei jedem weiteren Vergehen erhöhte. Im Jahr 1724 wurden die Strafen in einem neuen Erlaß noch einmal erhöht. Jetzt konnten die Schuldigen auch mit Stöcken oder Ochsenziemern geschlagen werden. Das galt ebenfalls, wenn das Brot nicht gut durchgebacken war oder Fremdkörper enthielt. Die Brotkontrolle galt als ehrenvolle gesellschaftliche Verpflichtung mit der sich auch Adlige, reiche Kaufleute und Offiziere befaßten.

Schon im 17. Jahrhundert gab es in Russland große Bäckereien, unter anderem in Moskau, in den Klostern und im Kreml. Allein die Bäckerei im Troiza-Sergius-Kloster versorgte täglich 900 Menschen. Man unterschied zwischen Brothütten und Brotpalästen. Eine Hütte in Moskau hatte 4 Backöfen für Weizen- und Roggenbrot, sowie einen für Kuchen und Watruschki (Quarkkuchen). Die Bäckerei im Zarenhof wurde „Brotpalast“ genannt. Dieser war in verschiedene Kammern mit Backöfen unterteilt. In einer in dieser Kammern standen 8 Öfen zum Brotbacken. Auch im Kreml gab es einen „Brotpalast“. Hier arbeiteten mehr als 70 Bäcker, welche bis zu 5 Tonnen Brot am Tag für die Zarenfamilie und ihre Dienerschaft buken.

Borodinski-Brot
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Fête des Vignerons

Nachdem ich euch Russland vorgestellt habe, möchte ich euch ebenso etwas über Frankreich oder die französischsprachige Schweiz erzählen. In meinem ersten Beitrag nehme ich euch mit an das „Fête des Vignerons“ in Vevey. Das Fest der Winzer findet alle 20 bis 25 Jahre statt, in jeder Generation nur einmal. Das letzte war 1999. Diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen.

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Ein schönes Weihnachtsfest

Mit „Il est né le divin enfant“, einem traditionellem französischen Weihnachtslied, möchte ich allen meinen Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr wünschen.
Ich bedanke mich auf diesem Weg auch bei allen denen, die dafür gesorgt haben, dass es diesen Blog noch gibt. Das ist auf jeden Fall meine Familie, Nikita der immer noch alles auf Fehler überprüft, meine Leser, alle die mir E-Mails geschrieben haben und sich für die Arbeit bedankten, sich in den Kommentaren beteiligten oder meinen Beiträge ein „Gefällt mir“ gaben.

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Frankreich – Zeichensprache

Frankreich war das erste Land, nach meinem Heimatland, welches ich kennen und auch lieben gelernt habe. Es gibt kein Jahr, indem ich nicht wenigstens einmal in Frankreich essen gehe. Zum Glück ist das für mich auch einfach, da ich nur zwei Stunden von der Grenze entfernt wohne. „Frankreich – Zeichensprache“ weiterlesen

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Le Castor und der Castorbehälter

Jedes Jahr im Frühjahr mache ich ein paar Wandertouren, um wieder fit für meine Wandergruppen zu werden. Dieses Jahr führte mich eine davon nach Avenches. Avenches war die Hauptstadt des römischen Helvetiens und liegt in der französischsprachigen Schweiz in der Nähe des Murtensees. „Le Castor und der Castorbehälter“ weiterlesen

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